Exkursion zur Wewelsburg

Die Exkursion des Grund- und des Leistungskurses Geschichte am 26.05.2017 zur geschichtsträchtigen Wewelsburg (nahe Paderborn), unter fachhistorischen Kenntnissen der Fachlehrer Julia Düperthal und Daniel Hildebrandt, war ein voller Erfolg. Die Studierenden wurden durch die Ausstellung „Wewelsburg 1933-1945-Erinnerung und Gedenkstätte“ geführt, in der sie nicht nur die Geschichte der Region in dieser Zeit kennenlernen durften, sondern auch das momentane Konfliktpotential mit den Einwohnern in Verbindung mit dem Mahnmal der KZ Verstorbenen Häftlinge, sowie die problematischen Besuche der Neonazis im Museum.

Bevor „Reichsführer SS“ Heinrich Himmler die Wewelsburg 1933 für eine Reichsmark pro Jahr pachtete, gehörte diese der Gemeinde Büren und war ein beliebter Treffpunkt für jeden Bürger. Heinrich Himmler plante zusammen mit dem Architekten Hermann Bartels große Umbauten, um die Burg in einen Versammlungsort für SS- Gruppenführer umzugestalten. Um die Umbaupläne zu verwirklichen, entstand nahe der Burg ein Konzentrationslager, um die Zwangsarbeiter unter zu bringen. Ab 1941 wurde es zu einem staatlichen Hauptlager und war anschließend bekannt als KZ Niederhagen.

Aufgrund der „schwarzen Sonne“, welche aus zwölf in Ringform mit drei übereinander gelegten Hakenkreuzen besteht, ist die Wewelsburg auch heute noch ein beliebter Anlauf- und Treffpunkt für Neonazis. Diese wurde im Nordturm aus grünem Marmor in den Boden eingelassen und ist heute ein Ersatz- und Erkennungssymbol der rechtsesoterischen bis rechtsextremen Szenen. Durch diesen Hintergrund ist es verboten ein Foto von diesem Symbol zu machen. Das Museum verwehrt darum auch Rechtsextremisten den Zugang und toleriert keine öffentlich gezeigten Tattoos oder Ähnliches dieser Szene. Ausgestellt wurden dort Hintergrundinformationen zu SS- Mitgliedern, sowie die Inneneinrichtung aber auch Bücher und Notizen (z.B. medizinische, Gewicht von H. Himmler, Freimaurerei…) bis hin zum Besteck und Teller.

An dem Ort an dem früher das KZ stand, ist heute ein Mahnmal an dem jährlich Besucher mit verschiedenen kulturellen Hintergründen an die Opfer und Insassen des KZ’s gedenken. Trotz des Aktes der Aufarbeitung in den Nachkriegsjahren verdrängen bis heute viele Bewohner des Ortes die Tatsachen der Vergangenheit, welche immer noch zu Konfliktpotenzial zwischen dem Dasein als Museum und dem Vergessen-Wollen der Einwohner führt. Abschließend kann man sagen, dass die Besichtigung der Wewelsburg sehr lehrreich und interessant war und dementsprechend empfehlenswert für jeden ist.

Alina Sternard, Ebru Kopal, Andy Himpenmacher, Semester 107

Abbildung: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15471384

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