Gabis Kunstausstellung: „Scham“

In Gabis Kunst-Grundkurs haben Studierende rund um das Thema „Scham“ gearbeitet. Entstanden sind Skulpturen, Bilder, ein Filmprojekt, Collagen, eine Umfrage, Dioramen und vieles mehr. Präsentiert wurde das ganze in einer interessanten Ausstellung mit Sekt und Keksen am gestrigen Dienstag.

Was an dem Thema fasziniert, beschreibt Silvias Text:

Silvia Kummer: Scham (2017)

Ein Wort für ein Gefühl – für welches den Meisten die Worte fehlen.

Auf der Suche nach uns selbst, begeben wir uns manchmal in einen schamhaften Bereich. Einen Schambereich.

Und schambehaftet bereichern wir uns und schämen uns und kommen für manches sogar in Haft. In Scham-haft.

Dort gefangen, empfinden wir ein ungutes Gefühl, ein verstecktes Gefühl. Das Gefühl der Scham.

Dieses Gefühl ist so persönlich, so individuell, wie jeder Einzelne. Verschämt versucht man das Geschämte zu verstecken.

Kann man sich auch ver-schämen?

Sich vertun, sich schämen für etwas, für das man sich nicht schämen muss?

Oder kann man fair-schämen?

Sich schämen auf einer gerechten Basis?

Wer sagt, wofür man sich schämen muss?

Die Gesellschaft erwartet von einem Scham.

Doch sind wir nicht die Gesellschaft?

Wir, die Einzelnen, die so individuell schämen?

Es gibt in dieser Gesellschaft nicht nur die Verschämten, sondern auch die Unverschämten. Die, die schamlos Regeln brechen. Die, die sich nicht an Schamregeln halten.

Die, die schamlos sind.

Haben sie nicht vielleicht das große Los gezogen?

Frei von Scham, frei von Regeln.

Hat ein Leben ohne Scham nicht auch Charme?


                                       


RSS